Eine ebenso reale wie legendäre Figur.

Ein Stadtstreicher, der nach dem 1. Weltkrieg im Wiener Arbeiterbezirk Favoriten populär wird.

Ein Bezirksdiogenes. Wohnhaft in städtischen Streusand- oder Mistkisten.
Aber einer, den die Leute trotzdem schätzen und achten.

Zumindest, wenn man der guten Nachrede glaubt. Die ganz im Gegensatz steht zum sonst geäußerten Vorurteil gegen Außenseiter. Von vorn, sagt einer der Informanten, hat er manchmal ausgesehen wie der Heilige Sokrates. Aber von der Seite immer ein bissel wie der liebe Augustin.

Baronkarl.
Der Name wird wohlgemerkt als ein Wort geschrieben. Nicht: Baron Karl. Baron war schlicht und einfach sein Familienname.
Einer, der sein Leben gelebt hat.
Einer, der gerade deshalb akzeptiert wurde.
Auf seinem Begräbnis im Jahr 1948 sollen Zehntausend Leute gewesen sein.

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