Sohn eines 1938 aus Österreich nach Kanada emigrierten Vaters. Geboren 1945 in Montreal. Später ist seine Familie nach Wien zurückgekehrt. Einer, der nach gewissen Anpassungsschwierigkeiten in der Schule bis an sein 40. Jahr nichts anderes will, als ein ganz normaler Österreicher zu sein.

Eines Tages in den Neunzigerjahren des nun bereits hinter uns liegenden Jahrhunderts merkt er, daß er das nicht mehr sein kann. Bis dahin hat er sich möglichst wenig für die Vergangenheit interessiert. Es war ja nicht seine. Es war die seines Vaters. Ehrlich gestanden sind ihm die ewigen Emigrations- und Rückkehrgeschichten auf die Nerven gegangen.

Dann aber hört er in einer Trafik, die er mit seiner zehnjährigen Tochter betritt, einen fragwürdigen Satz. Einen von jenen Sätzen, "die man zu jener Zeit oder wenigstens bald darauf wieder öfter hörte, ohne sie wirklich zu hören." Niemand widerspricht diesem Satz, auch er selbst nicht. Daß und warum er das nicht tut, getan hat, versucht er in der Folge zu rationalisieren, aber das nützt nichts.

Stein hätte diesem Satz widersprechen müssen. Ist das Beziehungswahn? Gerät hier etwas Irrationales in sein Leben? Bis vor kurzem hätte er sich als realistisch denkenden und fühlenden Menschen beschrieben, nun hat er unversehens Visionen. Ist er ein paranoider Typ oder einfach ein wacher, endlich aufgewachter Zeitgenosse?

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